Medaillen für die Mediziner
Es sind meist die persönlichen Kontakte, die aus einem Sportmediziner einen Mannschaftsarzt machen. Im Sana-Verbund gibt es eine Vielzahl von Ärzten, die Sportlern auf die Sprünge helfen.
Dr. Rainer Eckhardt, Mannschaftsarzt der deutschen Kader-Turnerinnen

Seit 13 Jahren schon betreut der Ärztliche Direktor des Zentrums für Integrierte Rehabilitation an den Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU) die deutschen c- und A-Kader-Turnerinnen. In jungen Jahren hat der heute 55-Jährige selbst in der ersten Bundesliga und sogar für die Jugendnationalmannschaft geturnt. Heute sorgt Dr. Eckhardt in Trainingslagern und auf Wettkämpfen für die sportmedizinischen Rahmenbedingungen der Hochleistungssportlerinnen. „Wir führen regelmäßige, auch präventive Untersuchungen aller Kader-Turnerinnen durch und beraten bei Beschwerden aber auch zur Vorsorge von Überbelastungen“, erklärt der Sportmediziner. So bildet er zusammen mit der Cheftrainerin Ulla Koch ein Team, das aus den Mädchen das Optimum herausholen kann. Zum ersten Mal war Dr. Eckhardt dieses Jahr bei den Olympischen Spielen, für die sich die deutschen Mädchen seit 1992 zum ersten Mal wieder qualifiziert haben – nicht zuletzt dank Oksana Chousovitina, der 33-Jährigen Usbekin, die eingebürgert wurde und für Deutschland Silber am Sprungtisch holte. „Ich betreue Oksana seit vielen Jahren, uns verbindet eine enge Freundschaft“, sagt Dr. Eckhardt. Dass sie in ihrem Alter überhaupt noch solche Leistungen erbringen kann, sieht er durchaus als Früchte seiner Arbeit. Leider konnte er beim Sprungfinale nicht dabei sein, musste bereits wieder arbeiten, da er all seinen Urlaub für die diesjährigen Wettkämpfe und Trainingslager aufgebraucht hatte. „Aber man hat es im Fernsehen gesehen – das erste was sie nach ihrem Erfolg gemacht hat, war mich anzurufen“, erzählt er strahlend, „und so etwas entschädigt mich für all die Zeit und Mühe, die ich für die Mädchen einsetze.“
Dr. Rita Taurman, Verbandsärztin der deutschen Fechter bei den Paralympics

In Peking wie auch schon in Seoul, Barcelona, Atlanta, Sydney und Athen war auch Dr. Rita Taurman. Die Funktions-Oberärztin des RKU ist bereits seit 1986 im Bereich Medizin im Behindertensport tätig, insbesondere betreut sie die deutschen Fechter. Die Spiele in Peking fand sie imposant, und sehr gut organisiert, „aber die Leute waren doch sehr unflexibel, Sprachprobleme schränkten die Kommunikation ein und jeder kannte nur seine eigene kleine Aufgabe.“ Die Orthopädin, selbst ehemalige Fechterin, betreute die Fechter vor ihrem Medizinstudium bereits lange als Physiotherapeutin. In Peking war sie als Klassifizierer tätig, das heißt dafür zuständig, die Sportler je nach Grad der Behinderung in Startklassen einzuteilen. „Der Behindertensport hat eine große Entwicklung durchlaufen“, sagt Dr. Taurman, „es gibt zunehmend behinderte Profisportler - nicht zuletzt durch die immer besser werdende sportmedizinische Betreuung.“ Einmal jährlich findet die sportmedizinische Untersuchung der Kaderathleten statt, medizinische Grundlage jeder Nominierung zu internationalen Turnieren. Ein zentrales Thema ist hier auch Antidoping, da behinderte Sportler oft Medikamente einnehmen müssen. „Wir müssen sehr genau darauf achten, welche Mittel eingenommen werden. Umso wichtiger ist deshalb die regelmäßige Schulung und Aufklärung der Sportler.“
Rüdiger Hennig, betreut Einzelathleten in der Leichtathletik und im Boxen
Dem Anti-Doping hat sich auch Dr. Rüdiger Hennig, leitender Arzt der Sportmedizinischen Abteilung der Sana-Klinik Zollernalb, verschrieben. Als erklärter Doping-Gegner arbeitet der Sportmediziner mit der Nationalen Antidoping Agentur – NADA zusammen. Entsprechend versucht er sein Wissen und seine Erfahrung an die jungen Sportler weiterzugeben: „Vielen ist gar nicht bewusst, dass sie mit bestimmten Mitteln schon gesundheitsschädliches Doping betreiben“, berichtet Hennig. Oft höre er, wenn es ein Produkt frei verkäuflich im Internet gibt, dann könne das doch nicht als Doping verboten sein. Dem Sportmediziner nützt bei solchen Diskussionen die eigene sportliche Erfahrung als Leistungssportler. Zweimal war Rüdiger Hennig Deutscher Meister im Kanu. Als Sportmediziner hat er dann unter anderem viele Jahre das Radsportteam Gerolsteiner und den Profiboxer Sven Ottke betreut. Bevor Hennig die Sportmedizinische Abteilung in der Sana-Klinik Zollernalb übernahm, arbeitete er außerdem am Olympiastützpunkt Bayern. Zurzeit kümmert er sich um den Triathleten und Europameister Wolfgang Angst sowie den Boxer und baden-württembergischen Meister im Welter-Gewicht Joachim Feig. Für die Leistungssportler führt die Sportmedizinische Abteilung der Sana-Klinik Zollernalb umfangreiche Funktions- und Leistungsdiagnostik, aber auch bei Verletzungen durch. „Unser großes Plus für unsere Sportler ist hier in der Sana-Klinik Zollernalb sicher auch die orthopädische Fachklinik im Hintergrund“, urteilt Rüdiger Hennig. Bei Verletzungen kann seine Abteilung ohne Verzögerungen auch die operative Versorgung bieten. Als Orthopäde operiert er dann die von ihm betreuten Sportler gleich selbst.
Dr. Ernst-Otto Münch, Verbandsarzt der deutschen Ski-Nationalmannschaft
Das macht auch Dr. Ernst-Otto Münch. Der Belegarzt in der Sana Klinik München-Sendling und Orthopäde der angegliederten OCM-Praxis (Orthopädische Chirurgie München) ist seit 1980 Arzt der Deutschen alpinen Ski-Nationalmannschaft und Verbandsarzt des Deutschen Skiverbandes. Von Markus Wasmaier über Katja Seizinger bis Martina Ertl – all die Goldmedaillengewinner und viele andere Skiläufer haben sich in den vergangenen 28 Jahren in die medizinische Obhut von Dr. Münch begeben, der bei allen Olympischen Winterspielen, Welt- und Europameisterschaften am Hang stand – und immer noch steht.
Dr. Klaus-Peter Mellwig, Sportkardiologe der Handball-Nationalmannschaft

Zu den wohl verletzungsintensivsten Sportarten zählt zweifelsohne der Handball. Eine optimale sportmedizinische Betreuung von Profi-Handballern, die zum Teil bis zu 100 Pflichtspielen pro Jahr bewältigen müssen, ist deshalb unerlässlich. Das Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ) in Bad Oeynhausen hat bereits 2002 einen Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Handballbund (DHB) geschlossen. In regelmäßigen internistisch-kardiologischen Untersuchungen im Herz- und Diabeteszentrum werden spezielle Gesundheits- und Leistungstests sowie spezielle kardiologische Untersuchungen durchgeführt. „Die Spiele sind immer rasanter geworden, die Trainingseinheiten haben zugenommen, was alles in einer hohen Verletzungsanfälligkeit mündet“, sagt Dr. Klaus-Peter Mellwig, Leiter der Sportkardiologischen Abteilung am HDZ. Aus diesem Grund richten die Sportmediziner ihr Augenmerk vor allem auch auf die Prävention und schnelle Regeneration von Verletzungen. Die sportkardiologische Abteilung wird zunehmend bundesweit von Sportlern kontaktiert bei spezifischen kardiologischen Fragestellungen zur Beurteilung der Sporttauglichkeit, insbesondere nach abgelaufenen Herzmuskelentzündungen, Herzklappenerkrankungen, Herzrhythmusstörungen und überproportional verdickten Herzwänden. Nicht zuletzt durch diese optimale Betreuung haben die Handballer im vergangenen Jahr ihren größten Erfolg feiern dürfen: den Weltmeistertitel im eigenen Land. Sportkardiologe Dr. Klaus-Peter Mellwig hat die Mannschaft während des Turniers begleitet und war natürlich auch beim Endspiel und der Siegesfeier mit dabei – nun hoffen alle auf selbiges bei der Weltmeisterschaft Anfang nächsten Jahres.


